Das von der Wehrmacht niedergebrannte Dorf Ivalo im Finnischen Lappland (Bild Quelle: Wikipedia)
Die Geschichte Finnisch Lapplands wirft einige interessante Fragen
auf.
Historische Vermerke bestehen ab der Frühzeit, welcher man
das Jahr zwischen 9.000 und 6.000 vor Christus zurechnet. In diesem Zeitraum
wanderten andere Kulturen nach Lappland ein, so in etwa die steinzeitliche Kosma-Kultur oder die Finno-Ugrier. Dennoch fand keine Vermischung dieser unterschiedlichen
Kulturen statt. Finnisch Lappland blieb kulturell weiterhin zweigeteilt. Dabei
behielten die Samen ihre Sprache und Traditionen bei. Heute geht man aber davon aus,
dass sich die Samen größtenteils angepasst, beziehungsweise nützliche Traditionen Finnland und Kenntnisstände von den Finnen übernommen haben.
Betrachtet man sich den Verlauf der Geschichte
weiter, stößt man im 9. Jahrhundert auf den Ackerbau, welcher sich bis ins 18.
Jahrhundert ausschließlich auf die Gegenden am Ufer konzentrierte. Hier konnten die
Völker überleben, da sie durch die vielen Lachse im Gewässer jeden Tag Nahrung
hatten. Die Männer begaben sich zur damaligen Zeit außerdem auf die Jagd oder
rodeten Wälder. Doch auch die Rentierzucht ist bereits in dieser Zeit
nachweisbar.
Dass es heutzutage eine Einteilung in mehrere Gebiete
Lapplands gibt, ist unter anderem auf die Schwedische Zeit in Finnisch Lappland
zurückzuführen. Zu Beginn des Hochmittelalters kam den schwedischen Königen und
Thronerben das Recht zu, in Lappland ihre Steuerrechte einzufordern. Außerdem wurde
unter den Völkern Handel betrieben. Bereits jetzt gab es einige Gebiete, in denen
die schwedische Regierung Verwaltungsaufgaben betrieb. Hinzu kamen noch die
Streitereien, welche Russland und Schweden hatten. Schlussendlich einigten sich die
beiden Mächte aber auf die schwedisch-russische Grenze und vereinbarten ein
friedsames Zusammenleben.
In den Wirren des 16. Jahrhunderts hatte vor
allem die Bevölkerung Lapplands zu leiden. Da eine Zuordnung nicht eindeutig war,
mussten einige Menschen an drei verschiedene Staaten Steuern abführen. Das
siebzehnte Jahrhundert blieb den Menschen in Lappland als kleine Eiszeit in
Erinnerung. Überall herrschten Hungersnöte. Dies bewog viele Menschen dazu, in den
Norden zu ziehen, welcher von den Schweden regiert wurde. Dort versprach man den Menschen Steuerfreiheit. Außerdem mussten
die Männer nicht zum Kriegsdienst.
Gefolgt ist die Schwedische Zeit Lapplands von der Russischen Zeit, die sich
auf die Zeit nach dem Russisch-Schwedischen Krieg 1809 konzentrierte. Da Schweden
den Krieg verloren hatte, musste es seinen Teil Lapplands an den Gewinner Russland
abtreten. Dieser Teil Lapplands wurde somit der Provinz Oulu zugeordnet, welche zum
Großfürstentum Finnland gehörte. Eingeschränkt wurde dadurch vor allem die Bevölkerung selbst. Die
Menschen, welche zuvor über die Grenzen konnten, waren nun nicht mehr dazu im
Stande, mit ihren Rentieren über die Grenzen zu reisen oder an der Eismeerküste ihre
Einkünfte durch Fischerei und Handel aufzubessern.
Die Geschichte Finnisch Lapplands reicht jedoch noch weiter und schließt an
die Finnische Unabhängigkeit an. Lappland konnte sich im Jahr 1917 als Teil Finnlands bezeichnen, war dies
in der Unabhängigkeitserklärung doch so festgelegt worden. Nach dem Bürgerkrieg
wurde diese Unabhängigkeit dann schließlich auch von Russland anerkannt und Finnland
erhielt zudem das Gebiet von Petsamo, wodurch den Lappländern wieder der Handel und
die Fischerei am Eismeer möglich waren.