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Geschichte Finnisch Lappland


Samische Familie vor ihrer Kohte (um 1900)

Das von der Wehrmacht niedergebrannte Dorf Ivalo im Finnischen Lappland

Die Geschichte Finnisch Lapplands wirft einige interessante Fragen auf.

Historische Vermerke bestehen ab der Frühzeit, welcher man das Jahr zwischen 9.000 und 6.000 vor Christus zurechnet. In diesem Zeitraum wanderten andere Kulturen nach Lappland ein, so in etwa die steinzeitliche Kosma-Kultur oder die Finno-Ugrier. Dennoch fand keine Vermischung dieser unterschiedlichen Kulturen statt. Finnisch Lappland blieb kulturell weiterhin zweigeteilt. Dabei behielten die Samen ihre Sprache und Traditionen bei. Heute geht man aber davon aus, dass sich die Samen größtenteils angepasst, beziehungsweise nützliche Traditionen Finnland und Kenntnisstände von den Finnen übernommen haben.

Betrachtet man sich den Verlauf der Geschichte weiter, stößt man im 9. Jahrhundert auf den Ackerbau, welcher sich bis ins 18. Jahrhundert ausschließlich auf die Gegenden am Ufer konzentrierte. Hier konnten die Völker überleben, da sie durch die vielen Lachse im Gewässer jeden Tag Nahrung hatten. Die Männer begaben sich zur damaligen Zeit außerdem auf die Jagd oder rodeten Wälder. Doch auch die Rentierzucht ist bereits in dieser Zeit nachweisbar.

Dass es heutzutage eine Einteilung in mehrere Gebiete Lapplands gibt, ist unter anderem auf die Schwedische Zeit in Finnisch Lappland zurückzuführen. Zu Beginn des Hochmittelalters kam den schwedischen Königen und Thronerben das Recht zu, in Lappland ihre Steuerrechte einzufordern. Außerdem wurde unter den Völkern Handel betrieben. Bereits jetzt gab es einige Gebiete, in denen die schwedische Regierung Verwaltungsaufgaben betrieb. Hinzu kamen noch die Streitereien, welche Russland und Schweden hatten. Schlussendlich einigten sich die beiden Mächte aber auf die schwedisch-russische Grenze und vereinbarten ein friedsames Zusammenleben.

In den Wirren des 16. Jahrhunderts hatte vor allem die Bevölkerung Lapplands zu leiden. Da eine Zuordnung nicht eindeutig war, mussten einige Menschen an drei verschiedene Staaten Steuern abführen. Das siebzehnte Jahrhundert blieb den Menschen in Lappland als kleine Eiszeit in Erinnerung. Überall herrschten Hungersnöte. Dies bewog viele Menschen dazu, in den Norden zu ziehen, welcher von den Schweden regiert wurde. Dort versprach man den Menschen Steuerfreiheit. Außerdem mussten die Männer nicht zum Kriegsdienst .

Gefolgt ist die Schwedische Zeit Lapplands von der Russischen Zeit, die sich auf die Zeit nach dem Russisch-Schwedischen Krieg 1809 konzentrierte. Da Schweden den Krieg verloren hatte, musste es seinen Teil Lapplands an den Gewinner Russland abtreten. Dieser Teil Lapplands wurde somit der Provinz Oulu zugeordnet, welche zum Großfürstentum Finnland gehörte. Eingeschränkt wurde dadurch vor allem die Bevölkerung selbst. Die Menschen, welche zuvor über die Grenzen konnten, waren nun nicht mehr dazu im Stande, mit ihren Rentieren über die Grenzen zu reisen oder an der Eismeerküste ihre Einkünfte durch Fischerei und Handel aufzubessern.

Die Geschichte Finnisch Lapplands reicht jedoch noch weiter und schließt an die Finnische Unabhängigkeit an. Lappland konnte sich im Jahr 1917 als Teil Finnlands bezeichnen, war dies in der Unabhängigkeitserklärung doch so festgelegt worden. Nach dem Bürgerkrieg wurde diese Unabhängigkeit dann schließlich auch von Russland anerkannt und Finnland erhielt zudem das Gebiet von Petsamo, wodurch den Lappländern wieder der Handel und die Fischerei am Eismeer möglich waren.


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